Offizielle Stellungnahme des SV Überauchen zum Spielabbruch SV Überauchen - FC Grüningen vom 27.11.2

02.12.2022

Stellungnahme des SV Überauchen zur Begegnung der Kreisliga B, Staffel 1, am 27.11.2022 zwischen dem SV Überauchen und dem FC Grünningen.
Austragungsort: Sportplatz SV Überauchen:

Vorab:

Entscheidungen des Unparteiischen, unabhängig der Umstände und wie auch immer sie inhaltlich ausfallen, können kritisch betrachtet werden und auch zu einer differenzierten Meinung führen.

Wir möchten hier jedoch unmissverständlich klarstellen, dass Rudelbildungen, Beleidigungen oder Bedrohungen des Unparteiischen, unter welchen Umstände auch immer, ein absolutes "no go" darstellen. Ein solches Fehlverhalten kann nicht entschuldigt werden, wird von uns nicht toleriert und führt selbstverständlich zu internen Konsequenzen.
Der SV Überauchen entschuldigt sich für das Fehlverhalten einzelner Spieler und Anhänger in aller Form. Insbesondere beim Unparteiischen. Selbstverständlich erfolgte hier zeitnah ein persönliches Gespräch mit dem Unparteiischen und eine persönliche Entschuldigung.

Zum Spielbericht:

Mit Anpfiff der Partie kam es fortwährend zu Beleidigungen der Spieler des SV Überauchen sowohl durch Spieler als auch Anhänger des FC Grüningen. Ganz besonders betroffen war hierbei unser Torwart durch Anhänger des FC Grüningen. Diese standen links von ihm.

Beleidigungen wie Arschloch, Hurensohn und Ähnliches sind hierbei belegt.
Gegenüber unserem Torwart soll es darüber hinaus, durch einzelne Anhänger des FCG, zu weit heftigeren Äußerungen gekommen sein. Diese lassen sich jedoch nicht unabhängig belegen. Daher möchten wir hierauf nicht weiter eingehen.

Das diese Verhaltensweise kein Einzelfall ist und wohin sie führt bzw. führen kann wird durch die Vorkommnisse der Begegnungen des FC Grünningen gegen den FK Bratsvo Villingen und NK Zagreb Villingen belegt. (Anm.: Es wird davon ausgegangen, dass diese dem Verband bekannt sind.)
Die Spieler des SV Überauchen nahmen das 26 Minuten lang hin.

Wie dem Spielbericht zu entnehmen ist hat der Unparteiische zumindest die aggressive und provokative Stimmung zwischen den Anhängern des FCG und unserem Torwart bereits deutlich vor der 26. Minute und über einen längeren Zeitraum wahrgenommen.
Dass diese aggressive und provokative Stimmung nicht endet oder sich gar aufschaukelt dürfte jedem klar gewesen sein. Daher, und erst recht aufgrund der Vorkommnisse in den og. Verbandsspielen zuvor, hätten wir uns sehr gewünscht, dass der Unparteiische hier tätig geworden wäre und beide Parteien mit einer deutlichen Ansprache ermahnt hätte. Dies hätte zur Deeskalation über die 26. Minute hinaus beigetragen.

Die Spielsituation in der 26. Minute, in der die rote Karte gegenüber unserem Torwart ausgesprochen wurde, findet sich im Spielbericht angesprochen, jedoch nicht vollständig dargestellt. Für die Gesamtbetrachtung der vorherrschenden Situation ist dies jedoch unabdingbar.

Der Abschlag, aus der Hand, wurde durch unseren Torwart von der halbrechten Strafraumgrenze ausgeführt. Er missglückte ihm total und der Ball landete deutlich vor der Mittellinie im rechten Seitenaus. Hierüber ärgerte er sich selbst und quittierte dies mit dem Ausspruch "Fuck you". Gleichzeitig ging er, nach links schwenkend, in Richtung Tor. Seine natürliche Blickrichtung, gerade aus, ging hierbei in Richtung der Grünninger Anhänger. Diese waren im linken Eckbereich des Spielfeldes versammelt.
Den Ausspruch "Fuck you" hätte man sich natürlich sparen können und er gehört nicht auf den Sportplatz. Er war jedoch nicht gegen die Zuschauer gerichtet, sondern gegen sich selbst.

Dass die Situation vom Schiedsrichter als Beleidigung gegenüber den Anhängern des FCG gewertet wurde obliegt der Wahrnehmung und Entscheidung des Unparteiischen. Aufgrund der von ihm wahrgenommenen Provokationen der Anhänger des FCG gegenüber unserem Torwart zuvor, hätte man hier auch mit Augenmaß und nicht spielentscheidend reagieren können.

Dass dies möglich ist beweist die kürzliche Begegnung zwischen dem SV Niedereschach und dem FC Brigachtal: Ein Spieler des FCB wurde von einem Zuschauer an der Seitenlinie angepöbelt. Hierauf schlug der Spieler dem Zuschauer die Kappe vom Kopf. Der Unparteiische verwies den Zuschauer des Sportplatzes und verzichtete gegenüber dem Spieler auf jegliche Verwarnung.

Durch die permanenten Beleidigungen und nun die spielentscheidende Schiedsrichter-Entscheidung fühlten sich die Spieler des SV Überauchen deutlich benachteiligt. Es kam zu einer längeren Unterbrechung. Aufgrund der Ereignisse waren zwei Spieler nicht mehr bereit weiter am Spiel teilzunehmen und wurden ersetzt.

In der 44. Spielminute kam es zu einer weiteren strittigen Situation. Hier möchten wir an die Schilderung im Spielbericht anknüpfen.
Es ist richtig, dass der Freistoß für den FC Grüningen vom Schiedsrichter ca. 10 Meter zurückverlegt wurde. Dies wurde auch so ausgeführt und der Ball ruhte an der vom Unparteiischen angegebenen Stelle. Da vom Unparteiischen keine anderslautende Anweisung ausgesprochen wurde lag es nun im Ermessen der Grünninger Spieler das Spiel fortzusetzen.
Im unmittelbaren Bereich des ruhenden Balles standen zwei Grüninger Spieler. Einer der Beiden spielte den anderen "kurz" an. Der Freistoß wurde somit völlig regelkonform ausgeführt. Der Angespielte erfasste jedoch nicht sogleich, dass er angespielt wurde. Dies nutzte der Überauchener Spieler um den Ball regelkonform zu erobern. Er lief allein auf das gegnerische Tor zu, wurde aber kurz darauf vom Schiedsrichter zurückgepfiffen.
Direkt nach dem Pfiff des Schiedsrichters kam es zwischen den Beiden an der Ausführung des Freistoßes beteiligten Spielern des FC Grüningen zu einem kurzen verbalen Disput.

Es bleibt festzustellen, dass hier eine, von A bis Z, völlig regelkonforme und spielentscheidende Situation zu Ungunsten des SV Überauchen zurückgepfiffen wurde. Die Spielsituation in sich selbst betrachtend, liegt hier eine krasse Fehlentscheidung des Unparteiischen vor.
Warum die Wahrnehmung der Gesamtsituation durch den Unparteiischen mit dem Zurückspielen des Balles an die von ihm vorgegebene Stelle aufhört und eben nicht weitergeht entzieht sich unserer Kenntnis.

Durch diese zweite, ebenfalls spielentscheidende, Entscheidung des Unparteiischen zu Ungunsten des SV Überauchen kochten die Emotionen über.

Es kam zur Rudelbildung und in der Folge offensichtlich zu den im Spielbericht dargestellten Vorkommnissen. Unabhängig der aus unserer Sicht sehr unglücklichen Entscheidungen des Unparteiischen liegt kein Grund vor diese Angaben in Zweifel zu ziehen.
Hierfür gibt es keine Entschuldigung und sie dürfen auch nicht beschönigt werden. Daher verzichten wir darauf diese und die Folgeereignisse zu kommentieren.

Der Spielbericht endet damit, dass dem Unparteiischen durch einen Spieler des SV Überauchen der Weg in die Umkleidekabine "verwehrt" wurde. Sinngemäß: Es ist besser, dass der Schiedsrichter so wie er ist gehen und nicht in die Kabine gehen soll.
Um hier jeglichen Missverständnissen vorzubeugen bzw. diese auszuräumen:
Im Kabinentrakt befanden sich viele Spieler des SV Überauchen. Die vorherrschende Stimmung kann sich jeder selbst ausmalen.
Um die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen hielt der og. Spieler den Unparteiischen vor dem Betreten des Kabinentraktes zurück, verständigte die Vorstandschaft von der Situation und bat um schnellstmögliches Erscheinen. Diesem kam die Vorstandschaft sofort nach, sodass der Unparteiische ohne Zwischenfälle die Schiedsrichterkabine betreten und das Sportgelände verlassen konnte.

Zusammenfassend bleibt zu sagen:

Auslöser der Gesamtsituation waren zunächst die permanenten Beleidigungen und Provokationen durch Spieler und Anhänger des FCG gegenüber den Spielern des SVÜ. Die dadurch geschaffene Atmosphäre wurde vom Unparteiischen wahrgenommen aber nicht weiter beachtet.
Gefolgt von einer unglücklichen Entscheidung in der 26. Spielminute und einer krassen Fehlentscheidung in der 44. Spielminute. Beide Entscheidungen waren spielentscheidend.
Unabhängig davon ist das Folgeverhalten einzelner Spieler des SVÜ ein absolutes "no go".

Wir entschuldigen uns nochmals bei Allen, unabhängig davon ob beteiligt oder nicht, für die Vorkommnisse.

Überauchen, den 02.12.2022

Der Vorstand
SV Überauchen 1965 e. V.